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EGOISMUS = RÜCKSICHTSLOSIGKEIT?
01.10.2026 – JeDI Consulting – Lesezeit 3 Minuten
Der Begriff des Egoismus wird in der Gesellschaft leider meist negativ dargestellt, da er im öffentlichen Sprachgebrauch oft fälschlicherweies mit Rücksichtslosigkeit, Ausnutzung und dem bewussten Verletzen anderer Interessen gleichgesetzt wird. Diese negative Konnotation entsteht durch das Verhalten von Menschen, die ihre Ziele systematisch auf Kosten anderer durchsetzen, was sogar als moralisch verwerflich gesehen werden kann.
Wie im Artikel der Moral beschrieben, gilt nur das als unmoralisch, was andere Menschen in irgend einer Form benachteiligt, manipuliert oder schädigt. So wird die natürliche Eigenschaft der Ich-Bezogenheit pauschal abgewertet, obwohl ein gewisses Maß an Eigeninteresse physiologisch und psychologisch notwendig ist. Damit erhält diese Weisheit eine interessante Neubewertung: „Bist Du mit Dir selbst im Reinen, kannst Du Liebe an andere weitergeben.“ Umgekehrt läßt sich daraus auch ableiten; ohne Egoismus könnte man sich in einer ungünstigen Opferhaltung befinden.
Egoismus ist wichtig, da er die Basis für Selbstfürsorge, gesunde Grenzen und persönliche Erfüllung bildet, ohne die langfristige Hilfsbereitschaft und psychische Gesundheit nicht möglich sind. Ein gesunder Egoismus stellt somit sicher, daß man seine eigenen Bedürfnisse priorisiert, was zu mehr Selbstbewusstsein, Authentizität und letztlich auch zu besseren Beziehungen führt. Nur, wenn es einem selbst wirklich gut geht, hat man Energie für andere.
Reale Beispiele für richtiges, egoistisches Verhalten: Liebe zu sich selbst pflegen; den eigenen Lebensumstand optimieren; persönliche Vorsorge treffen für sich und seine Familie; sich selbst gesund und fit halten; sich richtig ernähren; sein Wissen an andere weitergeben; frei handeln und frei sein.
Opfert sich ein Mensch für andere auf, so tut er dies auch aus egoistischen Gründen, denn es ist sein egoistischer Wille. Es ist dennoch nicht richtig, sich selbst und sein eigenes Leben zu vernachlässigen. Egoismus ist also keinesfalls mit Rücksichtslosigkeit zu verwechseln. Zusammenfassend kann zum Egoismus festgehalten werden:
Notwendigkeit für das Wohlbefinden: Eigennutz ist essenziell, um Grenzen zu setzen, „Nein“ sagen zu können und sich nicht selbst zu vernachlässigen.
Qualität der Beziehungen: Nur wer sich selbst wertschätzt (Selbstliebe), kann anderen nachhaltig und ohne Groll oder Überforderung helfen.
Negative Stigmatisierung: Der Ruf rührt daher, dass egoistisches Verhalten häufig mit Arroganz, mangelnder Empathie und zwischenmenschlichem Schaden assoziiert wird.
Unterscheidung: Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen gesundem Egoismus (Selbstschutz, Kompromissbereitschaft) und unmoralischem Verhalten (Ausbeutung, Ignorieren anderer).
Spannende, weiterführende Literatur dazu bieten die Werke von z.B. Max Stirner (Der Einzige und sein Eigentum) sowie Arthur Schopenhauer (Die Welt als Wille und Vorstellung – Teil 4).